Pressespiegel:

  • Velbert, 04. Juni 2011

Volker Münchow: „Auf die junge Generation zugehen“

Volker Münchow (SPD) ist Vorsitzender der AWo Velbert. Foto: H.W.Rieck

Volker Münchow (SPD) ist Vorsitzender der AWo Velbert. Foto: H.W.Rieck
Was bedeutet es Ihnen, Vorsitzender der AWo zu sein?

Ich bin stolz mit einer so großen Mehrheit als Vorsitzender der AWo gewählt worden zu sein. Dies ist für mich Ansporn, die AWo in Velbert in die Zukunft zu führen vom klassischen Wohlfahrtsverband, der sich vor Ort vor allem um die Seniorenarbeit kümmert, des 20. Jahrhunderts zu einem modernen Verein für alle sozialen Themen.


Die alte Dame AWo wurde vor wenigen Jahren 90, ihre Entstehungszeit war die bitterarme Phase nach dem Ersten Weltkrieg. Brauchen wir die AWo überhaupt noch heute in der Zeit materiellen Wohlstands und eines dichten Netzes von Wohlfahrtsverbänden?

Materieller Wohlstand in Deutschland ist sicherlich vorhanden, aber er ist meist sehr ungerecht verteilt. Hier kämpft die AWo zusammen mit den anderen Verbänden für mehr Gerechtigkeit und setzt sich für die Belange z.B. gegen die stark zunehmende Kinderarmut ein. Die AWo ist natürlich im Reigen der Wohlfahrtsverbände nicht wegzudenken, denn neben den konfessionellen Verbänden suchen viele Menschen bewusst die Bindung an einen nicht konfessionell geprägten Verband.

Vor allem Migranten und jüngere Menschen werden von uns neu angesprochen, aber auch viele ältere Menschen wissen um die Verdienste der AWo in den letzten 92 Jahren. Die AWo gibt hier Möglichkeiten als Treffpunkt und als Beratungsorganisation.

„Im neuen AWo-Vorstand sind drei Mitglieder unter dreißig Jahre“

Wie stellen Sie sicher, dass die früheren sehr stolzen und auf Eigenständigkeit bedachten Ortsvereine Neviges und Langenberg im großen Velberter Ortsverein (OV) gehört und berücksichtigt werden?

Die Gründung des ‚neuen‘ Velberter Ortsvereins war keine Auflösung der ehemaligen OV’s sondern ein Zusammenschluss unter Gleichen. Ich selbst bin ja Langenberger kann aber sicherlich auch sehr glaubwürdig für die Interessen der Gesamtstadt Velbert stehen. Gemeinsam werden die Langenberger, die Nevigeser und die Velberter Mitglieder der AWo für die Interessen der AWo kämpfen und enger zusammenwachsen, bei aller Eigenständigkeit der einzelnen Einrichtung im jeweiligen Stadtteil.


In der Eröffnungsrede nach Ihrer Wahl betonen Sie, Ihre Aufgabe im Widerstand gegen Kürzungen im Bereich Kinder, Jugendliche und Senioren zu sehen und betonen hierbei die Velberter Sparpolitik. Wo wollen Sie denn da in Velbert den Kampf aufnehmen? Gerade vor wenigen Wochen wurde beispielsweise ein Freizeitpark der Sonderklasse eröffnet.

Der Freizeitpark der Sonderklasse ist auch mit meiner Unterstützung entstanden. Man darf auch nicht alle Entwicklungen in einer Stadt gegeneinander aufrechnen. Der Verzicht auf den Freizeitpark hätte keine finanziellen Vorteile für die Wohlfahrtsverbände gebracht, die Hoffnung ist eher, dass dieser schöne Park dazu beiträgt, das Jung und Alt, Einheimische und Migranten miteinander ins Gespräch kommen.

Sie kündigten an, zum 1. Oktober eine Sozialstation für Senioren in Velbert eröffnen zu wollen. Was wird die beinhalten?

Die AWo-Sozialstation in Velbert wird für Niederberg ein professionelles Angebot an Dienstleistungen für ältere Menschen anbieten. Als Hilfe, um länger in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Kurzzeit- und Langzeitpflege mit haupt- und ehrenamtlichen Kräften wird fachlich kompetent, innovativ und verlässlich erbracht.

Weitere Tätigkeitsschwerpunkte sind „Essen auf Rädern“ und neue Angebote in den Tagesstätten. Täuscht der Eindruck, dass die AWo in Velbert eher weniger für die junge Generation übrig hat?

Nur vordergründig ist das richtig. Das bisherige Angebot ist sicherlich sehr stark auf die ältere Generation zugeschnitten, wir werden aber in Zukunft verstärkt auch auf die jüngere Generation zugehen, ohne die bisherige Kernkompetenz im Seniorenbereich einzuschränken. Im neuen AWo-Vorstand sind drei Mitglieder unter dreißig Jahren. Gemeinsam werden wir auch für jüngere Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt und auch Nichtmitglieder Angebote unterbreiten. Bei Reisen, mit Sport- und Freizeitangeboten sowie mit sozialen Angeboten und Hilfen.

Zur Person

Sozi aus Langenberg

Volker Münchow wurde 1960 in Langenberg geboren. Seine politische Laufbahn begann der gelernte Bürokaufmann bei den Jungsozialisten, 1979 wurde Münchow sachkundiger Bürger im Bezirksausschuss, 1994 SPD-Vorstandsmitglied im Ortsverein, später für die Dauer von 16 Jahren im SPD-Stadtverband (bis 2010). Seit 2001 ist Münchow Geschäftsführer der SPD-Ratsfraktion. 2010 war er Landtagskandidat, unterlag jedoch Marc Ratajczak (CDU).